In Deutschland und in der Schweiz (und anderswo) gibt es Gremien, die jährlich die aktuellsten Wörter und Unwörter präsentieren. Momentan laufen die Vorbereitungen für die Wort-Prämierungen 2011. Vorschläge kann jeder einbringen, ausgewertet werden die Listen dann von Fachleuten. Die Wörter, die sich an die Spitze setzen, sagen viel aus über die momentane Stimmung in der Gesellschaft. Die Aktion “Unwort des Jahres” z.B. möchte
auf öffentliche Sprachgebrauchsweisen aufmerksam machen und dadurch das Sprachbewusstsein und die Sprachsensibilität in der Bevölkerung fördern. Sie lenkt den Blick auf sachlich unangemessene oder inhumane Formulierungen, um damit zu sprachkritischer Reflexion aufzufordern.
Das Unwort 2010 lautet in Deutschland “alternativlos”, das Wort des Jahres “Wutbürger”. In der Schweiz wurde 2009 das “Minarettverbot” als wichtigtes Wort aufgegriffen, 2010 “Ausschaffung”. Der Kommentar der Jury lautet:
Die Jury stellt fest, dass es mit «Minarettverbot» im letzten Jahr und mit «Ausschaffung» in diesem Jahr, lediglich einer einzelnen politischen Gruppierung gelingt, gleichsam Themen zu setzen, den öffentlichen Diskurs zu bestimmen und neue Ausdrücke im Volksmund zu verankern. Die plakative Formulierung «Ausschaffung» hat den ursprünglich verwendeten Ausdruck «Rückführung» komplett aus der Alltagssprache verdrängt.
Wer sich weiter informieren oder sogar mitmachen will, findet hier Möglichkeiten:
Schweizer Wort des Jahres
Unwort des Jahres (Deutschland)
Gesellschaft für deutsche Sprache: Wort des Jahres